Homepage des SV Hötensleben - 1911-1931

 


Fußball in Hötensleben von 1911 bis 1931

Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges spielte die 1. Mannschaft im Landkreis Helmstedt. In den Kriegsjahren von 1914 bis 1918 geriet der Fußball immer mehr ins Hintertreffen. Nach 1920 erfuhr die Sportart aber einen ungeahnten Aufschwung, ihre Popularität wuchs ständig. In Hötensleben spielten 1923 fünf Herrenmannschaften, zwei Jugendmannschaften, eine Knaben- und eine Alte- Herrenmannschaft. Zur ersten Mannschaft gehörten damals Gierschewski, Bölsche, Bartkowiak, Drube, Lautenbach, Both, Mischke, Krause, Lübeck, Seeboth und H. Henseleit. Der Sportplatz „Schützenplatz“ genügte bald den Anforderungen nicht mehr, deshalb wurde auf dem Gelände des ehemaligen Frankenteiches im gleichen Jahr ein neuer Platz angelegt.                          



Fusion im Jahr 1926
Der Fußballklub 1911 erhielt 1921 Konkurrenz durch den neu gegründeten Verein FC Sportfreunde. Im April 1926 spaltete sich der Fußballklub 1911, ein Teil der Mitglieder gründete den Hötenslebener Sportklub (HSC). Die Verantwortlichen der drei Vereine erkannten aber bald, dass die Verzettelung niemanden nützte. Sie setzten sich an einen Tisch und einigten sich auf eine Fusion. Der neue Verein erhielt den Namen Sportverein Hötensleben 1911 e.V. Der MTV 1886, der 1925 ebenfalls den Fußball in sein Sportprogramm aufgenommen hatte, widersetzte sich den Zusammenschlussbestrebungen. Bis 1929 wurde der SVH 1911 von Paul Benecke geleitet. Ihm folgte danach bis 1937 der Arzt Dr. med. Rudolf Meyer. Von 1937 bis 1945 lag die Leitung in den Händen des Bauern Walter Hauenschild.

SVH erreichte eine beachtliche Spielstärke

Die Fusion wirkte sich bald positiv auf die Spielstärke der neu gebildeten 1. Mannschaft aus, die 1926/27 in der Braunschweiger A-Klasse spielte und in der Staffel 1 Meister wurde. In ihr spielten Otto, Lietz, Both, Wittke, Kleve, Assel, Menzel, Brix, Drube, Seeboth und H. Henseleit. Sie gab keinen einzigen Punkt ab. Das Endspiel um den Aufstiegsplatz verlor sie aber gegen Goslar 08 mit 0:2. Auch die unteren Mannschaften und der Nachwuchsbereich des SVH profitierten vom Zusammenschluss.

Die Fußballjahre von 1927 bis 1931
Auch 1927/28 errang die Mannschaft unangefochten die Staffelmeisterschaft. In den nachfolgenden Aufstiegsspielen wurde Hötensleben vom Lehrter Sportklub und von der Spielgemeinschaft Hildesheim aus dem Rennen geworfen. 1928/29 wurden der VfL Helmstedt, der Sportklub Helmstedt und der SV 1911 Hötensleben souverän Staffelsieger in der Bezirksliga. Aufstiegsspiele fanden nicht statt. 1929/30 spielte der SV Hötensleben in der Staffel 2 mit Vereinen des Kreises Braunschweig und des Nordharzes zusammen. Auch hier spielte er eine dominierende Rolle, wurde Staffelmeister. In den Aufstiegsspielen verlor die Mannschaft in der entscheidenden Begegnung gegen Hildesheim 06 mit 1:4.

Die Jubiläums-Saison
1930/31 war die Serie des Jubiläumsjahres, denn der SVH sah seinem zwanzigjährigen Bestehen entgegen. Die Mannschaft errang souverän die Staffelmeisterschaft, erreichte elf Sie-ge, zwei Unentschieden und erlitt nur drei Niederlagen. Zur Vorbereitung auf die Aufstiegsspiele trat der SVH gegen Eintracht und Leu Braunschweig (jeweils 4:2) und gegen den VfB Peine (5:3) an. Die Siege stärkten das Selbstvertrauen der Hötenslebener, so dass sie guten Mutes in die Aufstiegsspiele gehen konnten.


Der Aufstieg in die Oberliga Hannover/Braunschweig 1931

 

Das Datum vom 7. Juni 1931 ist in der Fußballgeschichte von Hötensleben von historischer Bedeutung. An diesem Tage erwartete der SVH 1911 den Staffelmeister der Hannoverschen Bezirksliga, die Spielvereinigung Hildesheim, zum Rückspiel in der Aufstiegsrunde zur Oberliga Hannover/Braunschweig, die auch Niedersachsen-Oberliga genannt wurde (Die Oberligen in den verschiedenen deutschen Ländern und Regionen waren zu dieser Zeit die höchsten Spielklassen. Ihre Meister ermittelten danach in mehreren Etappen die zwei Finalisten, die dann das Endspiel um die Deutsche Fußballmeisterschaft bestritten.). In Hildesheim hatten die Hötenslebener vor 4000 Zuschauern mit 2:0 gewonnen, obwohl das Spiel für sie unter einem ungünstigen Stern stand. Fast 80 Minuten konnte der SVH 1911 nur mit neun Mann spielen, denn Albert Brix schied durch einen Feldverweis und Fritz Menzel durch eine Verletzung aus. Zum Rückspiel kamen die Hildesheimer mit der festen Absicht nach Hö-tensleben, das Spiel für sich zu entscheiden und somit den Aufstieg perfekt zu machen. Die Gäste aber hatten offensichtlich den Siegeswillen der Einheimischen unterschätzt, die endlich nun einmal ihrerseits den Bock umstoßen wollten. In den letzten vier Jahren war der SVH 1911 nach jeweils überlegen errungenen Staffelmeister-Titeln immer wieder in den nachfolgenden Aufstiegsrunden gescheitert. Auf dem Sportplatz an der Bahnhofstraße standen vom Anpfiff an über 2000 Zuschauer wie ein Mann hinter den Einheimischen, die nach einem dramatischen Spielverlauf die Begegnung mit 4:2 gewannen und damit Oberliga-Auf-steiger wurden. „Held des Tages“ war Walter Krull, der als Ersatzspieler in die Mannschaft kam und drei Tore erzielte. Nach langjährigen Bemühungen war der SVH 1911 nun endlich am Ziel seiner Wünsche angekommen. Er bereitete sich damit selbst das schönste Geschenk, denn der Verein konnte 1931 sein zwanzigjähriges Gründungsjubiläum begehen.

Zur Stamm-Mannschaft, die am 7. Juni 1931 den Aufstieg perfekt machte, gehörten Ernst (Schetti) Gierschewski, Kurt (Kulsch) Ellrodt, Uwe Cauers, Hans Cleve, Hermann Henseleit, Fritz (Fittig) Menzel, Albert (Stäbe) Brix, Rudi (Ohni) Ohnesorge, Karl (Karus) Degenhardt, Hans Iffländer, Otto (Nocki) Baranowski, Walter Knieriemen und Otto (Ante) Drube, der seit Jahren auch Spielführer war. Der Einsatz von Walter Krull im entscheidenden Aufstiegsspiel und seine ausgezeichnete Leistung zeigten, dass noch weitere gute Kräfte in Reserve standen. Trainiert wurde die Mannschaft des SVH 1911 vom ehemaligen langjährigen Braun-schweiger Ligaspieler „Hops“ Friemel, der eine zeitlang wöchentlich mit dem Zug nach Hö-tensleben kam.

 

Der Aufstieg der Hötenslebener Fußballer fand ein beachtliches Presse-Echo, denn viele regionale und einige überregionale Zeitungen nahmen diesen Erfolg zu Kenntnis und berichteten darüber.

 

Sie waren 1931 für Hötensleben am Oberliga-Aufstieg beteiligt (von links): Karl Degenhardt, Otto Drube, Ernst Gierschewski, Kurt Ellrodt, Erich Iffländer, Albert Brix, Uwe Cauers, Rudi Ohnesorge, Otto Baranowski, Fritz Menzel und Hermann Henseleit

 


 

Zuschauer und Spieler feiern 1931 den Oberliga-Aufstieg des SVH.  

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